Kontaktgruppe Down-Syndrom

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Behinderte lernen mit Nichtbehinderten

BILDUNG An der Grundschule Obenstrohe gibt es eine Integrationsklasse – „Schüler als Experten“


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Die sechsjährige Rieke, ein Kind mit Down-Syndrom aus Obenstrohe, fühlt sich in der Klasse akzeptiert und sichtlich wohl. Klassenlehrerin Susann Garbrecht geht auf Riekes Fragen zu einer Unterrichtsaufgabe ein. BILD: KLOCKE  Bild vergrößern

Kontaktgruppe Down-Syndrom Friesland-Wilhelmshaven

Weltweit wird am Sonnabend, 21. März, der Down-Syndrom-Tag begangen. Wie wohl alle deutschen Down-Syndrom-Selbsthilfegruppen (SHG) macht auch die „Kontaktgruppe Down-Syndrom Friesland-Wilhelmshaven“ mit einer Posteraktion auf diesen Tag aufmerksam. Gleichzeitig verteilt die Kontaktgruppe Flyer und Infobriefe an Geburtskliniken, Kinderärzte, Gynäkologen und Hebammen. Zum Abschluss geht es mit den Familien am Sonntag, 22. März, ab 11 in die Spielscheune „Klabautermann“ nach Esens.

Die Kontaktgruppe Down-Syndrom besteht seit sechs Jahren. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig zu Elternabenden und Nachmittagen mit den Kindern. Ausflüge, Besuche im Zoo, gemeinsames Kuchenbacken, Reitstunden oder anderes Unterhaltsames für und mit den Kindern gehören ebenso dazu wie der Besuch der Väter, Mütter und Freunde der SHG von Ausstellungen, Informationsabenden oder die Teilnahme an Seminaren. Unter kontaktgruppe-down-syndrom.chapso.de/ lassen sich weitere Informationen über die Gruppe abrufen.

Die Klassenlehrerin ist nicht auf sich alleine gestellt. Eine Sonderpädagogin und eine Integrationshelferin arbeiten ebenfalls in der Klasse.

Obenstrohe/lr Integrationsklassen sind in auch Varel seit einiger Zeit der „Renner“ bei Eltern, die ihre Kinder einschulen und die im Kindergarten begonnene Integration fortsetzen wollen: Plätze sind allerdings rar; denn die einzige Grundschule in der Stadt Varel, die eine solche Klassenform anbietet, ist die Grundschule Obenstrohe. Dort fühlt sich die sechsjährige Rieke, ein Kind mit Down-Syndrom, unter ihren 20 nichtbehinderten Freunden und Freundinnen gut aufgehoben und glücklich. Außer Rieke gibt es noch ein weiteres Kind, das sonderpädagogisch betreut wird. Die beiden, wie alle ihre Mitschüler, profitieren von einem Unterricht, der von drei hochengagierten Frauen gestaltet wird: der Klassenlehrerin Susann Garbrecht, der Sonderpädagogin Ulrike Marks und der Integrationshelferin Wiebke Carstens.

21 Kinder in der Klasse

Der eigentlich doch überraschende Besuch eines Fremden, und dann noch eines Zeitungsmenschen mit Kamera und Blitzlicht, irritiert die 21 Steppkes in der Integrierten Klasse der Grundschule nicht im geringsten. Sie sortieren an den langen Fensterbänken in bunten Plastik-Arbeitskästen Lernaufgaben. Einige werten ihre bereits abgeholten Aufgabenmarken mit Hilfe von Mitschülern aus. Ein Junge soll als Aufgabe einen Affen zeichnen, der Schwanz gelingt bestens, beim Portrait mit den übergroßen Ohren und den runden Affenaugen hilft Susann Garbrecht ein bisschen Die Kinder unterhalten sich konzentriert, verblüffend ruhig und gelassen über die Lösungen ihrer kleinen Lernaufgaben. In einer, ein wenig abseits eingerichteten Ruheecke liest ein Junge in einem Heft. Ein Lockenkopf steigt auf seinen Stuhl, hebt einen Arm und legt den Zeigefinger der anderen Hand auf die Lippen: „Ich möchte etwas sagen“ bedeutet diese Geste. Alle Kinder gucken zu ihm hinüber und er verkündet sein Anliegen Klassenlehrerin begeistert

„Der Unterricht in einer solchen Klasse macht Riesenspaß!“, strahlt Susann Garbrecht, die Klassenlehrerin. Man glaubt es ihr aufs Wort, wenn sie versichert „eine so tolle Aufgabe lässt sich nur mit Begeisterung erfüllen“. Was so spielerisch und gelassen anmutet, ist das Ergebnis intensiver und enger pädagogischer Planung und Vorarbeit zwischen Susann Garbrecht, Ulrike Marks und Wiebke Carstens. Kaum zu fassen, wozu Kinder in diesem integrierten Unterricht mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit fähig sind: „Die Kinder entscheiden über das Pensum des Lehrplanes mit. Für Rieke und ihren Klassenkameraden müssen jeweils andere, individuelle Unterrichtsmaßstäbe gelten.“ Sogenannte „Schüler-Experten“, gemeinsam ausgewählte Jungen und Mädchen der Klasse, kontrollieren das Ganze.

Die Ziele des Teams Garbrecht/Marks/Carstens und des verantwortlichen Obenstroher Schulleiters Markus Kaup sind hoch gesteckt: „Wir wollen bei unseren Schülern das Selbst- und Verantwortungsbewusstsein stärken, die Hilfsbereitschaft fördern und die Scheu vor eventuellen Behinderungen bei ihren Mitschülern und anderen gehandicapten Menschen abbauen“, sagt Susann Garbrecht. Da verwundert es nicht, dass sich immer mehr Eltern auch für ihren Sprössling eine integrierte Schulklasse wünschen. 

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